BBC Filmbeitrag “Was ist Schmerz”

bbc video schmerz

Heute möchte ich Euch einen sehr interessanten Fimbeitrag ans Herz legen, der in anschaulicher Weise die Entstehung von Schmerz behandelt, den heutigen Stand der Forschung wiederspiegelt und erklärt, warum das Schmerzempfinden aufgrund der Genetik bei vielen Menschen völlig unterschiedlich ausgeprägt ist.

Zum Link: https://www.spiegel.tv/filme/bbc-secret-world-pain/

Hier eine kurze Zusammenfassung des Fimbeitrags aus meiner Sicht:

Schmerzforscher aus der ganzen Welt arbeiten zur Zeit daran zu untersuchen, warum Menschen Schmerzen unterschiedlich empfinden, warum sie bei jedem 5. Menschen chronisch werden und mit welchen Methoden in Zukunft der Schmerz bzw. die Schmerzwahrnehmung positiv zu beeinflussen ist. Ein wichtiiges Merkmal der Schmerzempfindung liegt in unseren Genen verborgen. So wird in dem Fimbeitrag gezeigt, dass es Familien gibt, die über Generationen hinweg kaum oder gar kein Schmerzempfinden haben und in anderen Familien die Schmerzempfindlichkeit massiv höher ist. Eindeutig und klar ist, dass das Wachstum und die Entwicklung von Nervenzellen durch die Gene beeinflusst wird. Bei Menschen, die gar keinen Schmerz empfinden, hat mann ein mutiertes Gen (SCN9A) gefunden. So ist für die Wissenschaftler klar, dass jeder Mensch seinen eigenen genetischen Fingerabdruck hat, wie er Schmerzen empfindet. Warum ist Schmerz subjektiv? Warum steht der gefühlte Schmerz mit der tatsächlich erlittenen Verletzung in keinem Zusammenhang, so wie bei fast allen CRPS-Betroffenen? Hier hat eine wissenschaftliche Gruppe Experimente mit Früh- und Neugeborenen gemacht. Bei den Frühgeborenen konnte mann über die Messung der Gehirnaktivität feststellen, dass durch die ganzen Behandlungen im Brutkasten, die vielen Berührungswahrnehmungen, die Signalgebungen im frühkindlichen Gehirn schon verändert haben. Im Kindesalter werden die Nervenbahnen erst ausgebildet und es erfolgt eine ständige Interaktion mit der Umwelt, die Veränderungen in den Gehirnarealen nach sich zieht. So kann Angst, Gefühle im Allgemeinen und auch schlimme Erlebnisse, die Schmerzwahrnehmung drastisch negativ beeinflussen, womit die Psyche auch eine nicht unentscheidende Rolle für die Wissenschaftler spielt. Schmerz entsteht im Gehirn und hat seine eigene neuronale Signatur. In einem Experiment mit einem Brandverletzen konnte gezeigt werden, dass mann mit der Ablenkung auf eine andere Sache, die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen kann. Die Frage tauchte aber auch auf: Was passiert im Gehirn und im Rückenmark, wenn sie immer und immer wieder mit Schmerzsignalen aus der betroffenen Region bombadiert werden? Sie verändern sich mit der Zeit! Gewöhnliche Therapien zeigen daher bei vielen Langzeit-Erkrankten häufig keine Wirkung mehr. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass mann nur über Änderungen im Gehirn das Schmerzempfinden wieder reversibel und rückgängig machen kann. Eine wichtige Rolle scheint dabei dem Motorkortex im Gehirn zuzukommen. In einem weiteren Experiment wurde gezeigt, dass über eine Transkraniale Magnetische Impulstherapie der Motorkortex kurzfristig so beeinflusst werden konnte, dass die Patienten seid 5 Jahren mal kurzzeitig keinen Schmerz empfunden hatte. Letztendlich sehen die Wissenschaftler durch immeren tieferen Einblick in die Genetik große Fortschritte bei der Schmerzentstehung und Behandlung.
Ich war beeindruckt von dieser Reportage und bedanke mich hier bei Thorsten N., der mir diesen interessanten Fimbeitrag zugesandt hat. Unbedingt anschauen, es lohnt sich!

Herzliche Grüße,
Frank
CRPS Bremen – Morbus Sudeck Selbsthilfegruppe Bremen-Nordniedersachsen

Administrator

46 Jahre, CRPS linker Fuß, austherapiert, seit dem 17.3.2015 linksseitig Unterschenkelamputiert, seit 5/2016 CRPS rechter Fuß, am 11.11.2016 rechtsseitig Unterschenkelamputiert und schmerzarm, linke Hand seit 2018, rechte Hand seit 2019 betroffen