CRPS Studie – Teilnehmer an einer wissenschaftlichen Untersuchung gesucht

Über die Universität Würzburg erhielten wir folgenden Aufruf für eine Studie zu CRPS

Wir möchten Sie auf eine Studie bei Patienten mit komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS), die aktuell in der Schmerzklinik an der Uni. Würzburg durchgeführt wird, aufmerksam machen und Sie hiermit um einen Termin für die Vorstellung der Studie bitten.

Chronische Schmerzen sind in der Bevölkerung sehr häufig. Sie können durch unterschiedliche Auslöser verursacht werden und führen meist zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität durch hohe Schmerzintensitäten mit häufig begleitender Angst und Depression. In der Untersuchung sollen

1.) die emotionale Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung bei Patienten mit CRPS I und

2.) inflammatorische Biomarker im Blut für veränderte Emotionsverarbeitung in Hinblick auf Schmerz

erforscht werden.

Für die Bedeutung emotionaler Prozesse spricht, dass Patienten mit CRPS im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden deutlich weniger in der Lage sind, emotionale Zustände in anderen Personen zu erkennen, obwohl sie in kognitiven Tests keine Defizite zeigen. Hier soll diese Forschungsfrage konkret für das CRPS I untersucht werden. Darauf aufbauend soll hier untersucht werden, ob sich CRPS I Patienten und gesunde Kontrollpersonen in der Wirkung von positiven, neutralen und negativen Emotionen auf das Schmerzempfinden unterscheiden. Insbesondere vermuten wir, dass der mildernde Einfluss von positiven Emotionen auf die Schmerzsensibilität bei Patienten mit CRPS I reduziert ist, gleichzeitig aber negative Emotionen die Schmerzsensibilität besonders verstärken. Darauf aufbauend könnte untersucht werden, ob eine veränderte emotionsmodulierte Schmerzwahrnehmung bei diesen Patienten ursächlich zur Entstehung von chronischen Schmerzen beiträgt und/oder die Folge von chronischen Schmerzen ist. Insgesamt erhoffen wir uns ein genaueres Verständnis der emotionalen Beeinflussbarkeit der somatosensorischen Schmerzwahrnehmung bei CRPS I Patienten. Weiterhin erwarten wir, dass unsere Ergebnisse für die multimodale Therapie dieser Erkrankung, insbesondere im Bereich der begleitenden Psychotherapie im Hinblick auf die Arbeit mit Emotionen und Affektionen, hilfreich sein werden.

Information für Patienten

Teilnehmer an einer wissenschaftlichen Untersuchung gesucht

Für eine aktuelle wissenschaftliche Studie werden am Zentrum für Schmerzmedizin, der Universitätsklinikum Würzburg, werden Patienten mit CRPS Typ I der oberen Extremitäten zwischen 18 und 60 Jahren gesucht.

Die Studie hat das Ziel, die Emotionale Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung bei Patienten mit CRPS I sowie die inflammatorische Biomarker im Blut für veränderte Emotionsverarbeitung in Hinblick auf Schmerz zu Forschen.

Die Studie beinhaltet einen Arzt-Patienten Gespräch, körperliche Untersuchung zur Ermittlung des CRPS Severity Scores und Befragung mittels standardisierter Fragebögen zu den Themen Schmerz, Depression, Angst und Körperwahrnehmung. Den Patienten wird dann zur Bestimmung systemischer microRNAs und zur Kontrolle von Routineparametern Blutproben entnommen. Zur Schmerzinduktion werden druckschmerzhafte Reize auf die Mittelphalangen verschiedener Finger an beiden Händen ausgeübt. Dabei werden positive, negative und neutrale Bilder gezeigt. Die verwendeten emotionalen Bilder induzieren negative und auch positive Emotionen, die allerdings nicht lange anhalten.

Die Reize werden den Patienten vor Durchführung der Versuche beispielhaft demonstriert.

Teilnahmevoraussetzungen:

  • Patienten zwischen 18 und 60 Jahre alt.
  • Erkrankung nicht länger als drei Jahre bestehend
  • Keine Tumorerkrankung in den letzten 5 Jahren
  • Keine neurologische Erkrankung, Autoimmunerkrankung oder Diabetes Mellitus
  • Antidepressiva in mittlerer Dosis erlaubt

Die Dauer der Untersuchung wird maximal 2 Stunden betragen. Die Untersuchung findet statt in der Universitätsklinik Würzburg, Schmerztagesklinik, Bau C16, Josef-Schneider-Straße 6, 97080 Würzburg. Für die Teilnahme erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 20 EUR.

Wenn Sie Interesse haben, an unserer Untersuchung teilzunehmen, können Sie sich per E-Mail an uns anmelden und wir leiten die Daten an das Studienteam weiter.

Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer an, um weitere Informationen zu erhalten. Termine für die Untersuchung können flexibel vereinbart werden.

2 comments on CRPS Studie – Teilnehmer an einer wissenschaftlichen Untersuchung gesucht

  1. Diese Studie irritiert ….ist noch nicht so lange her, da wurde der Sudeck hysterischen Frauen zugeschrieben. Mein Arzt verlangte (mit einem Augenzwinkern zu meinem Mann), dass ich ihm die – wie einen Luftballon aufgeblasene, knallrot/blaue Hand – zum Abschied reiche, denn nun sei ja
    “ alles wieder gut“.
    Jetzt vermutet man also, dass wir auch noch empathieloser als andere sind oder werden ????? ( Wenigstens wird nicht auch noch ein Itelligenzmangel vermutet, da haben wir aber Glück…) Wie auch immer…
    Diese Forscher haben keine Ahnung von der Schmerzqualität, die es einem abfordert, den Tag irgendwie zu überleben….das kostet in der Zeit einfach alle Kraft. Trotzdem ging mir die ganze Zeit das Schicksal anderer sehr nah…und ich habe mich, so oft ich irgend konnte, in dieser schweren Zeit in der Flüchtlingshilfe engagiert.
    Ich drücke – mit meiner kleinen Restempathie??? – die Daumen, dass diese Studienleiter so etwas niiiieee in ihrem Leben erleben müssen….
    Ich jedenfalls boykottiere die Teilnahme, obwohl ich sicher eine geeignete Probandin wäre!

    1. Liebe Frau Schäfer,

      ob boykottieren die richtige Einstellung ist, darf natürlich jedem selbst überlassen bleiben.
      Ich, für mich, kann mich in den gesamten letzten 6 Jahren nicht daran erinnern, dass jemals ein
      Arzt mir gesagt hätte, dass CRPS hysterischen Frauen zugeschrieben wurde,
      da die Erkrankung bereits seit knapp 100 Jahren bekannt ist, und dieser Herr Dr. Paul Sudeck, die Erkrankung
      damals bei Verletzen im damaligen Krieg festgestellt und erstmals diagnostiziert hat.

      Also ist diese Aussage von Ihrem Arzt schon aus dem Grunde nicht ganz richtig, weil die Erkrankung auch bei Männern diagnostiziert wird.
      ( ob diese dann auch hysterisch sind, oder sein müssen, kann ich Ihnen nicht sagen).

      Hinzu kommt natürlich auch, das der Stand der Medizin sich weiterentwickelt, viele Aussagen von Ärzten, die vor ein paar Jahren noch als richtig gesagt wurden, sind heute längst überholt weil man es besser weiß.

      Ich gebe Ihnen aber natürlich recht, da es auch meine persönliche Erfahrung ist, dass es gut tut, sich abzulenken in welcher Form auch immer.
      Ich selber würde gerne an der Studie teilnehmen, habe aber die Erkrankung bereits zu lange und damit falle ich durch das Raster.

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