FAQ

Es gibt zwei Arten/Typen des CRPS:

CRPS Typ I setzt eine Schädigung im Bereich der Weichteilgewebe und Knochen oder eine längere Ruhigstellung voraus, ohne dass eine definierte Nervenläsion vorliegt.

CRPS Typ II entsteht als Folge einer definierten Läsion (Schädigung) eines peripheren Nervs.

Forschungen hierzu gab es bis 2010. Es konnte aber keine abschließende Bewertung vorgenommen werden, da die Testfälle zu unterschiedlich waren. Es konnten zwar sog. Autoantikörper im Blut von einigen betroffenen Patienten nachgewiesen werden, aber nicht bei jedem Patienten.

Ja, CRPS ist international als seltene Erkrankung eingestuft.

Jein – wenn der CRPS früh diagnostiziert und intensiv behandelt wird, kann man die Erkrankung zurückdrängen und schmerzfrei werden. Nach drei Monaten kann der CRPS chronisch werden und unheilbar. Das liegt u.a. daran, dass die Erkrankung noch immer nicht erforscht ist.

Eine weitere Ursache wird in der genetischen Veranlagung der Betroffenen vermutet. Eine Bestätigung hierzu steht aber noch aus und setzt weitere Forschungen in dieser Richtung voraus.

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) befällt im Allgemeinen nur eine Gliedmaße, kann sich aber gelegentlich auf weitere Gliedmaßen ausbreiten. Man spricht hier vom Springen des CRPS. Die Ursachen hierfür sind bisher unbeknnt, da es bei einigen Patienten auch nach Jahren der Erkrankung nicht zu einem Springen kommt.

Es kommt auf die Schwere des CRPS an. Solange eine Bewegung der Extremität möglich ist, sollte diese auch bewegt werden. Hier wird im Rahmen der „Pain Exposure Therapy“ auch über die sog. Schmerzgrenze hinaus bewegt, um das Gehirn wieder an die Bewegung zu gewöhnen. Gibt es bereits Funktionsstörungen sollte niemals über die Schmerzgrenze hinaus bewegt werden. Bewegung erhalten und Schmerzen vermeiden.

Amputation wurde 2012 als Behandlungsmaßnahme bei CRPS aus der Leitlinie in Deutschland entfernt. Dennoch kann es für sehr schwer verlaufende Fälle eines CRPS medizinisch indiziert sein, oder als letzte Konsequenz zur Wiedererlangung von Lebensqualität verhelfen.

Leider sind die Ursachen noch immer unbekannt. Es kann aber als Komploikation nach einer Prellung oder Verstauchung oder einem Bruch entstehen. Auch Schnittverletzungen oder Operationen können einen CRPS auslösen

CRPS ist eine Erkrankung der Nerven in den Extremitäten. Durch diese „Entgleisung der Nerven“ kommt es zu brennenden / kribbelnden neuropatischen Schmerzen. Dieses Hauptsymptom der Erkrankung lässt sich durch neurogene Entzündungen und dadurch Fehlfunktionen der Nerven(enden) erklären. Im Zentralnervensystem (ZNS) kommt es zu sog. neuroplastischen Veränderungen der Nervenzellen.

Die Literatur beschreibt drei oder teilweise sogar vier Stadien des CRPS. Diese können im einzelnen kurz oder lang sein. Bei manchen Patienten ist eine Stadieneinteilung aber nicht erkenntlich. Leider verläuft der CRPS bei jedem Patienten anders.

akutes Stadium (1-3 Monate): Gekennzeichnet durch intensive, brennende,n lokalisierte starke Schmerzen im betroffenen Bereich.

dystrophisches Stadium (3-6 Monate): Der Schmerz kann sich weiter verschlimmern, Muskelschwund kann beginnen, kurzzeitige Gedächtnisprobleme beginnen.

atrophisches Stadium (unbegrenzte Zeitspanne): Die Krankheit kann sich auf andere Körperteile ausbreiten, irreversible Nervenschäden können auftreten.

Endstadium: Der CRPS ist resistent gegen Behandlungsformen. Es gibt eine Beteiligung der inneren Organe; eine Amputation kann vorgeschlagen werden. Viele erreichen nie dieses Stadium.

CRPS kommt von Complex Regional Pain Syndrome (engl.) und ist die internationale Bezeichnung des Komplexen Regionalen Schmerzsyndroms, auch Morbus Sudeck genannt

SCS steht für Spinal Cord Stimulation oder Neurostimulation. Es handelt sich hierbei um eine minimal-invasive Therapieform bei CRPS und anderen neuropathischen Schmerzen. Dabei wird in den sog. Epiduralraum eine haudhfeine Sonde eingebraxcht, die mittels eines implantierten Generator geringe elektrische Ströme die Schmerzsignale zum Gehirn maskiert bzw. blockiert. Vor der eigentlichen Implantation wird in einer Testphase mit einem externen Generator die Wirksamkeit getestet.

Zu den Behandlungen bei CRPS gehören eine medikamentöse Einstellung bei sehr starken Schmerzen auch mit Opiaten. Dazu ist eine intensive Physiotherapie, Krankengymnastik (vorhandene Bewegung erhalten), Lymphdrainage, Ergotherapie, Spiegeltherapie und psychologische Unterstützung (Psychotherapie/Verhaltentherapie) notwendig.

Es können spontane Schmerzattacken, brennende/glühende Dauerschmerzen, Schwellung (Ödem), Rötung oder Blaufärbung, Sensibilitätsstörungen (Missempfinden auf der Haut), Berührungsempfindlichkeit oder -schmerzen (Allodynie), Empfindlichkeit gegen heiss oder kalt (Luft wie Wasser), vermehrtes oder vermindertes Schwitzen, gesteigertes oder verringertes Nagel- und Haarwachstum, Tremor (rhythmisches Zucken bestimmter Muskeln), Zuckungen, Hautveränderungen („glänzende Haut“) und Funktionseinschränkungen auftreten. Als Symptom kann der Arzt auch einen Temperaturunterschied von mehreren Graden zur gesunden Seite feststellen.

CRPS kann jeder bekommen, Erwachsene, wie auch Kinder und Jugendliche. Der bisher jüngste Fall ist drei Jahre alt.

Eine Dauer der Erkrankung kann pauschal nicht genannt werden. CRPS verläuft bei jedem Patienten anders. Wichtig ist abert eine schnelle Diagnose innerhalb der ersten drei Monate und der Beginn einer frühen intensiven Therapie. Dann könnte man den CRPS zurückdrängen und schmerzfrei werden. Nach diesem Zeitraum kann der CRPS chronisch werden.

In 2016 wurden 84.610 Patienten mit der Diagnose CRPS ärzlich behandelt, in 2017 waren es 86.698 Patienten.

Das ist ein Anstieg von 2.258 Neuerkrankungen in einem Jahr.

Quelle: Zentralinstitut der Kassenärztlichen Vereinigung

CRPS tritt meistens an den Extremitäten (Hände, Füsse) auf. Es gibt aber auch Betroffene die einen CRPS an den Knien oder Ellenbögen erleben. Man spricht davon, dass der CRPS an allen beweglichen Stellen im Körper, an Gelenken auftreten kann.

Bei CRPS gibt es diverse kennzeichnende Symptome wie z.B. Berührungsempfindlichkeit (Hyperalgesie), Berührungsschmerz (Allodynie), Schwellung (Ödem), Verfärbung ins rote oder ins bläuliche, veränderter Haar- und Nagelwuchs und natürllich brennende Schmerzen.

Zur Diagnose des CRPS nutzt man die sog. Budapest-Kriterien.

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