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    Die allgemeine Basisdiagnostik und die apparative Diagnostik bei CRPS

    Diagnostik
    Die Diagnose „CRPS“ ist eine klinische Diagnose. Deshalb sind die Anamneseerhebung, die klinisch-orthopädische
    und neurologische Untersuchung die entscheidenden Schritte (▶ Abb. 63.1). Es gilt, dass dokumentierte Befunde
    wichtiger sind als die subjektiven Beschwerden.

    Basisdiagnostik
    Von der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) sind die folgenden sensitiven (99 %) und
    hinreichend spezifischen (68 %) rein klinischen Kriterien zur Diagnosestellung anerkannt (Harden et al. 2010a) Es
    müssen alle Punkte 1 bis 4 erfüllt sein
    1. anhaltender Schmerz, der durch das Anfangstrauma nicht mehr erklärt wird
    2. In der Anamnese muss jeweils mindestens 1 Symptom aus 3 der 4 folgenden Kategorien berichtet werden:
    a. Hyperalgesie (Überempfindlichkeit für Schmerzreize), „Hyperästhesie“ (Überempfindlichkeit für Berührung,
    Allodynie)
    b. Asymmetrie der Hauttemperatur, Veränderung der Hautfarbe
    c. Asymmetrie im Schwitzen, Ödem
    d. reduzierte Beweglichkeit, Dystonie, Tremor, „Paresen“ (im Sinne von Schwäche), Veränderungen von Haar oder
    Nagelwachstum
    3. Bei der Untersuchung muss jeweils mindestens 1 Symptom aus 2 der 4 folgenden Kategorien vorliegen:
    a. Hyperalgesie auf spitze Reize (z. B. Zahnstocher), Allodynie, Schmerz bei Druck auf Gelenke/Knochen/Muskeln
    b. Asymmetrie der Hauttemperatur (Thermometer), Veränderung der Hautfarbe
    c. Asymmetrie im Schwitzen, Ödem
    d. reduzierte Beweglichkeit, Dystonie, Tremor, „Paresen“ (im Sinne von Schwäche), Veränderungen von Haar oder
    Nagelwachstum
    4. Keine andere Erkrankung erklärt die Symptomatik (Zusatzuntersuchungen!).
    Um Punkt 4 beantworten zu können, müssen Erkrankungen ausgeschlossen sein, die ein CRPS vortäuschen. Der
    Verlauf der Erkrankung sollte z. B. mit der CRPS-Schwereskala dokumentiert werden (Harden et al. 2010b).
    Apparative Diagnostik
    Die apparative Diagnostik kann nur zur Bestätigung der klinischen Diagnose CRPS verwendet werden:
    3-Phasen-Knochenszintigramm mit Technetium-99m-Diphosphonat: bandenförmige gelenknahe Anreichung
    (Schurmann et al. 2007, Wuppenhorst et al. 2010) oder die quantitative Auswertung der Anreicherung im Bereich
    der metakarpophalangealen und der proximalen und distalen interphalangealen Gelenke im Seitenvergleich
    (Quotient ≥ 1,32) (Wuppenhorst et al. 2010).
    Wiederholte (Wasner et al. 2002) oder Langzeitmessung (Krumova et al. 2008) der Hauttemperatur im
    Seitenvergleich: Temperaturunterschiede von über 1–2 °C unterstützen die Diagnosestellung.
    Konventionelle Röntgenaufnahmen im Seitenvergleich nach 4–8 Wochen zeigen kleinfleckige, osteoporotische,
    gelenknahe Veränderungen. Die Sensitivität ist sehr gering (Gradl et al. 2003).
    Die Kernspintomografie ist nur aus differenzialdiagnostischen Gründen indiziert und nicht für die
    Diagnosestellung geeignet (Graif et al. 1998)

    (Quelle: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-116l_S1_Schmerzsyndrome_CRPS_2012-09.pdf)

    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Jahre, 3 Monate von Administrator.
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