Home Forum Behörden und CRPS Rentenversicherung Beantragung einer „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“

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    1.1 Zielgruppe
    Im Team Reha/ SB der Agentur für Arbeit (AA) werden behinderte und von einer Behinderung
    bedrohte Jugendliche und Erwachsene, die die Voraussetzungen des § 19 SGB III erfüllen, betreut.
    Das Aufgabenspektrum umfasst für Jugendliche die Berufsorientierung, Berufsberatung und
    die Gewährung von Leistungen, die zur Teilhabe am Arbeitsleben erforderlich sind – für die Integration
    in eine Beschäftigung, ggf. nach Ende einer Ausbildung (berufliche Ersteingliederung). Für
    erwachsene Behinderte i.S. des §19 SGB III ist der Erhalt oder die Wiedererlangung eines Arbeitsplatzes
    das Ziel. Im Reha/ SB-Team wird von dem Berater/ der Beraterin Reha/ SB die Feststellung
    zum Förderbedarf aufgrund einer Behinderung im Sinne von § 19 SGB III getroffen. Die
    behinderungsgerechte Förderung zum Erhalt des bzw. zum Erreichen eines Arbeitsplatzes wird
    auf das Ziel einer dauerhaften beruflichen Integration – ggf. auch im Rahmen einer Werkstatt für
    behinderte Menschen (WfbM) – ausgerichtet (Berufliche Wiedereingliederung).
    Außerdem sind die Mitarbeiter1
    im Team Reha/SB für die Beratung und Vermittlung schwerbehinderter
    Menschen, Schwerbehinderten gleichgestellter Menschen sowie für Kunden mit einer
    Zusicherung der Gleichstellung zuständig.
    Weitere Zielgruppen sind
    • Schüler, die eine Förderschule/ Sonderschule besuchen. Hier gilt die Schulzuständigkeit des
    Beraters/ der Beraterin Reha/ SB (vergleiche CompasNT) so lange bis festgestellt wurde, ob
    bei den betreuten Schülern eine Behinderung im Sinne des §19 SGB III vorliegt. Liegt diese
    Behinderung nicht vor, erfolgt die weitere Betreuung im Team U25.
    • Bei Rehabilitanden aus dem Rechtskreis SGB III, für die ein anderer Reha-Träger zuständig
    ist, wird deren vermittlerische Betreuung durch Vermittler im Team Reha/ SB übernommen
    (vgl. § 22 Abs. 2 SGB III), die beraterische Betreuung erfolgt durch den anderen Reha-Träger.

    1.2 Gesetzlicher Auftrag
    Die dauerhafte Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben behinderter und schwerbehinderter Menschen
    ist die nach §§ 1 ff. SGB IX definierte Zielsetzung. Der Auftrag der BA, die dauerhafte Teilhabe
    am Arbeitsleben zu sichern, bezieht sich auf behinderte, von Behinderung bedrohte,
    schwerbehinderte und Schwerbehinderten gleichgestellte Menschen. Sie leistet damit einen wich-
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    Zur besseren Lesbarkeit wurde in der Regel die männliche Bezeichnung gewählt, alle Ausführungen beziehen sich auch auf die
    weibliche Form. Leitfaden Teilhabe am Arbeitsleben
    (Berufliche Rehabilitation)
    Stand: 01/2010 Von der Bundesagentur für Arbeit zur Qualifizierung von MitarbeiterInnen in den Bereichen SGB II und SGB III
    entwickelt und herausgegeben und nur für die Verwendung in diesem dienstlich veranlassten Rahmen zugelassen Seite
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    tigen Beitrag im Kontext der UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen
    und deren Ziel einer inklusiven Gesellschaft.
    Die Aufgaben der BA bei der Beratung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung fokussieren
    sich im Wesentlichen auf:
    1. Berufsorientierung, Berufsberatung und Vermittlung in Ausbildung und Arbeit für behinderte
    und schwerbehinderte Menschen nach SGB III,
    2. die Reha-Trägerschaft nach SGB IX.
    Sie werden von Mitarbeitern des Teams Reha/ SB wahrgenommen (§104 Abs. 4 SGB IX).
    Die Betreuung von schwerbehinderten Jugendlichen und Erwachsenen, die nicht der besonderen
    Hilfen im Sinne des §19 SGB III bedürfen, erfolgt nach den Regelungen der Arbeitsvermittlung
    (AV) sowie der Beratung und Ausbildungsvermittlung für Jugendliche. Die Grundlagen finden sich
    in den Leitkonzepten:
    • Leitkonzept Arbeitsvermittlung und Vermittlung von schwerbehinderten Menschen (NichtReha)
    • Leitkonzept für die Bereiche Ausbildungsvermittlung, berufliche Rehabilitation und Vermittlung
    von schwerbehinderten Menschen.
    Der vorliegende Leitfaden konzentriert sich daher im Wesentlichen auf die Aufgabe der BA als
    Träger der beruflichen Rehabilitation im Sinne des § 6 (1) Nr. 2 SGB IX.
    1.3 Aufgaben der BA als Träger der beruflichen Rehabilitation
    Ziel aller Aktivitäten zur beruflichen Rehabilitation jugendlicher und erwachsener Menschen mit
    Behinderungen (vgl. §19 SGB III) ist die möglichst dauerhafte Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt,
    ggf. nach einer Ausbildung/ Qualifizierung.
    Die BA klärt als Reha-Träger gemäß § 14 SGB IX die grundsätzliche Zuständigkeit, prüft –soweit
    sie zuständiger Reha-Träger ist – die Voraussetzungen nach § 19 SGB III (Behinderung) und
    stellt den individuellen Reha-Bedarf fest.
    Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation werden als Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben die
    Leistungen erbracht, die wegen Art oder Schwere der Behinderung erforderlich sind.

    1.3.1 Behinderte Menschen nach § 19 SGB III
    Behinderte Menschen im Sinne des § 19 SGB III sind Menschen, deren Aussichten, am Arbeitsleben
    teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung im Sinne
    von § 2 Abs.1 SGB IX nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert sind und die deshalb Hilfen
    zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen, einschließlich lernbehinderter Menschen. Dies gilt auch
    für Menschen, denen eine Behinderung mit den oben genannten Folgen droht. Ziel ist es, notwendige
    Unterstützungsbedarfe i.S. des § 19 SGB III frühzeitig zu erkennen. Anlass für die Überprüfung,
    ob eine Behinderung i.S. des §19 SGB III vorliegt, können sein:
    • bei Jugendlichen ein bereits in der Schule festgestellter sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf
    (z.B. über Besuch einer Förderschule), Behinderungen, für die ein Grad der Behinderung
    (GdB) anerkannt ist oder sonstige Einschränkungen der kognitiven oder körperlichen
    Leistungsfähigkeit bzw. der seelischen Gesundheit.
    • bei Erwachsenen die Vermutung, dass der erlernte Beruf/ die ausgeübte Tätigkeit aus gesundheitlichen
    Gründen nicht mehr dauerhaft ausgeübt werden kann, bzw. wegen behinderungsbedingter
    Einschränkungen besondere Hilfen erforderlich werden, um die berufliche Integration
    zu erhalten bzw. wieder zu erreichen.
    Die Feststellung, ob eine Behinderung im Sinne des § 19 SGB III vorliegt oder eine solche droht,
    trifft ausschließlich der Berater/ die Beraterin Reha/ SB. Im Vordergrund der Entscheidung über Leitfaden Teilhabe am Arbeitsleben
    (Berufliche Rehabilitation)
    Seite 6 Von der Bundesagentur für Arbeit zur Qualifizierung von MitarbeiterInnen in den Bereichen SGB II und SGB III
    entwickelt und herausgegeben und nur für die Verwendung in diesem dienstlich veranlassten Rahmen zugelassen Stand:
    01/2010
    die Notwendigkeit beruflicher Rehabilitation stehen die gesundheitlichen Einschränkungen, nicht
    die Situation auf dem Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt.
    Die Entscheidung ist auf Basis fundierter Erkenntnisse und eines umfassenden Leistungsbildes
    zu treffen. Diese erhält der Berater/die Beraterin im Vorfeld, z.B. durch Anmeldebogen, Arbeitspaket,
    Gesundheitsfragebogen, Fachgutachten, Gesamtbeurteilungsbogen der Schule, Schulzeugnisse,
    Arbeitszeugnisse und/oder Praktikumsberichte. Bei Bedarf sind zusätzlich die Fachdienste
    der BA (Ärztlicher Dienst oder Psychologischer Dienst der AA) einzuschalten (§ 32 SGB
    III).
    Allein ein Besuch einer Förderschule oder ein anerkannter Grad der Behinderung reicht für die
    Entscheidung nicht aus.

    1.3.2 Eignungsdiagnostik
    Der Eignungsdiagnostik kommt eine besondere Bedeutung zu, um die Teilhabe am Arbeitsleben
    durch entsprechende Maßnahmenkonzepte vorzubereiten und ggf. die dafür erforderlichen Mittel
    einzuplanen.
    Bei der Auswahl der erforderlichen Leistungen werden Eignung, Neigung, bisherige Tätigkeit sowie
    Lage und Entwicklung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt angemessen berücksichtigt. Hierfür
    sind eine Vielzahl von Informationen auszuwerten (vgl. Entscheidung nach §19 SGB III).
    Ggf. ist eine abschließende Eignungsabklärung erst nach dem Einsatz von Produkten, wie z.B.
    eine Maßnahme zur Feststellung von Vermittlungshemmnissen (§§ 46 ff SGB III), Eignungsabklä-
    rung, Arbeitserprobung oder DIA-AM (§ 33 Abs.4 SGB IX) möglich.

    Quelle:https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdk4/~edisp/l6019022dstbai388383.pdf

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