Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Autor
    Beiträge
  • #906
    Administrator
    Verwalter

    Das Nervensystem

    Englisch: nervous system

    1 Definition

    Das Nervensystem ist der Teil des menschlichen Organismus, welcher der Reizwahrnehmung, der Reizverarbeitung und der Reaktionssteuerung dient. Es bildet den Regelkreis des Verhaltens auf äußere und innere Reize und besteht morphologisch aus vernetzten Nervenzellen, den Neuronen, sowie aus Gliazellen.

    2 Einteilung

    Man kann das Nervensystem nach funktionellen (somatisch – vegetativ) und topografischen (zentral – peripher) Aspekten unterteilen, wobei in der gängigen Gliederung beide Aspekte miteinander vermischt werden. Man unterscheidet:

    zentrales Nervensystem (ZNS)
    peripheres Nervensystem (PNS)
    somatisches Nervensystem (willkürliches Nervensystem)
    vegetatives Nervensystem (unwillkürliches Nervensystem)
    sympathisches Nervensystem (Sympathikus)
    parasympathisches Nervensystem (Parasympathikus)
    enterisches Nervensystem (ENS)
    Als wichtigste Strukturen aus anatomischer Sicht sind das Gehirn (Cerebrum), das Rückenmark (Medulla spinalis), die Nerven (Nervi) und die Ganglien (Ganglia) zu nennen.

    3 Funktionsweise

    Das menschliche Nervensystem ist ein sehr effizientes Steuerungssystem. Die Mehrzahl der Reizverarbeitungs- und Steuerungsvorgänge erfolgt zwar im zentralen Nervensystem, sie werden hier aber auf mehrere Entscheidungsebenen verteilt, sodass einfachere oder zeitkritische Funktionen (z.B. Reflexe) keinen unnötigen „Overhead“ erzeugen. Primitive Steuerungsvorgänge, die nahezu kontinuierlich ablaufen müssen (z.B. Darmperistaltik), werden – weitgehend unabhängig vom ZNS – von autonomen neuronalen Netzen organnah abgewickelt.

    Das Nervensystem ist aus spezialisierten zellulären Funktionseinheiten, den Nervenzellen (Neuronen) aufgebaut. Sie besitzen die Fähigkeit zur Depolarisation und damit zur Weiterleitung einer elektrischen Erregung. Das menschliche Nervensystem besteht aus etwa 30-40 Milliarden dieser Nervenzellen, welche durch eine noch wesentlich größere Anzahl logischer Verbindungen, die Synapsen, verbunden sind. Die Synapsen sind das morphologische Korrelat der Erregungsleitung zwischen den Zellen.

    Die Erregungsleitung der Nervenzellen kann aus funktioneller Sicht im Hinblick auf das ZNS in eingehende (Afferenzen) und ausgehende Reize (Efferenzen) unterteilt werden, wobei jede Nervenzelle jeweils nur eine der beiden Funktionen übernehmen kann.

    Zentralnervensystem

    (Weitergeleitet von Zentrales Nervensystem)

    Synonyme: ZNS, zentrales Nervensystem
    Englisch: CNS, Central Nervous System

    1 Definition

    Als das Zentralnervensystem, kurz ZNS, des Menschen bezeichnet man die im Gehirn und Rückenmark gelegenen Nervenstrukturen, welche die zentrale Reizverarbeitung, d.h. die Integration und Koordination der aus der Peripherie einlaufenden sensorischen Reize vornehmen.

    Zudem ist das ZNS Sitz der Auslösung der willkürlichen Motorik, die dem Menschen eine gezielte Reaktion auf die Umweltbedingungen ermöglicht, und der Ort des unbewussten und bewussten Denkens.

    Vom ZNS topografisch abgegrenzt wird das periphere Nervensystem (PNS).

    2 Hintergrund

    Die Abgrenzung zwischen ZNS und PNS ist rein topografisch. Funktionell gesehen sind sie keine eigenständigen Systeme. Bei den motorischen Nerven liegen die Nervenzellen zum Beispiel mit ihren Zellkörpern im ZNS, während ihre Nervenzellfortsätze (Axone) sich im PNS befinden. Umgekehrt befinden sich bei sensiblen Nerven die Nervenzellkörper oft im PNS, während die Fortsätze in das ZNS ziehen.

    3 Einteilung

    Das Nervengewebe des ZNS wird aufgrund seines makroskopischen Aspekts im Organschnitt grob in zwei „Substanzen“ unterteilt:

    weiße Substanz (Substantia alba) und
    graue Substanz (Substantia grisea)
    Die graue Substanz liegt im Gehirn außen, im Rückenmark innen. Sie besteht vorwiegend aus den Zellkörpern (Somata) der Nervenzellen. Die weiße Substanz besteht dementsprechend überwiegend aus den Nervenzellfortsätzen (Axonen), also den zwischen den Nervenzellen verlaufenden Leitungsbahnen. In die weiße Substanz sind jedoch vereinzelt auch Ansammlungen von Nervenzellkörpern eingestreut, die so genannten „Kerne“ oder „Kerngebiete“.

    Peripheres Nervensystem

    Englisch: peripheral nervous system

    1 Definition

    Das periphere Nervensystem, kurz PNS, ist der Teil des Nervensystems, der – im Gegensatz zum zentralen Nervensystem (ZNS) – außerhalb des Schädels und des Wirbelkanals liegt. Das periphere Nervensystem wird zum größten Teil durch die Hirnnerven und die Spinalnerven gebildet. Es verbindet das ZNS mit den Effektororganen.

    2 Hintergrund

    Die Abgrenzung zwischen PNS und ZNS ist rein topografisch. Funktionell gesehen sind sie keine eigenständigen Systeme. Bei den motorischen Nerven liegen die Nervenzellen zum Beispiel mit ihrem Zellkörper im ZNS, während sich ihr Nervenzellfortsatz (Axon) im PNS befindet. Umgekehrt befindet sich bei sensiblen Nerven der Nervenzellkörper oft im PNS, während der Fortsatz in das ZNS zieht.

    3 Einteilung

    Das periphere Nervensystem lässt sich wie folgt weiter unterteilen:

    somatisches Nervensystem (willkürliches Nervensystem)
    vegetatives Nervensystem (unwillkürliches Nervensystem)
    sympathisches Nervensystem (Sympathikus)
    parasympathisches Nervensystem (Parasympathikus)
    enterisches Nervensystem (ENS)

    Quelle https://m.flexikon.doccheck.com/ZNS

    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Jahre, 6 Monaten von Administrator.
Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.