(0221) 98 43 15 0Mo-Fr 09.00 bis 17.00 Uhr, Do bis 20.00 Uhrbund@crps-netzwerk.org

Home Forum CRPS – Complex Regional Pain Syndrome weiterführende Informationen zu CRPS (Dys)Synchirie bei CRPS- quantitativ sensorische Analyse

Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Autor
    Beiträge
  • #692
    Administrator
    Keymaster

    (Dys-)Synchirie bei CRPS Typ I – eine quantitativ sensorische Analyse

    Akt Neurol 2008; 35
    DOI: 10.1055/s-0028-1086936
    Autoren: M. Stengel, A. Binder, F. Dörr, G. Wasner, J. Schattschneider, R. Baron; Kiel

    Einleitung:
    Dysynchirie (= Synchirie=>Reizwirkung auf eine Körperseite wird auf beiden Körperseiten empfunden) ist ein häufiges Symptom des CRPS.

    Hierbei werden Schmerzen in der betroffenen Extremität durch entsprechende Reize an korrespondierenden Arealen der gesunden Extremität bei gleichzeitigem Betrachten der gespiegelten gesunden Hand (=virtuell erkrankten Hand) hervorgerufen.

    Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, in wieweit sich im Rahmen der (Dys-)Synchirie quantitativ vergleichbare pathologische Befunde der erkrankten Extremität bei Stimulation an der gesunden Hand nachweisen lassen.

    Methode:
    In 7 Patienten mit CRPS Typ I der oberen Extremität wurde im betroffenen Areal eine quantitative sensorische Testung nach dem Protokoll des Deutschen Forschungsverbundes neuropathischer Schmerz (DFNS) durchgeführt.

    Diese wurde im zur erkrankten Extremität korrespondierenden Areal der gesunden Extremität wiederholt, wobei sich die Patienten auf ein Spiegelbild der gesunden oberen Extremität konzentrieren sollten.

    Die betroffene Extremität war dabei, durch einen Spiegel verdeckt, für den Patienten nicht sichtbar.

    Ergebnisse:
    Alle Patienten zeigten an der betroffenen Extremität eine mechanische Hyperalgesie, sechs eine dynamisch mechanische Allodynie.

    In der Spiegelbedingung zeigte sich bei der Prüfung in allen Patienten an der nicht betroffenen Extremität eine mechanische Schmerzsensitivität (MPS: 6,45 NAS) und eine mechanische Schmerzschwelle (MPT: 18,23mN), die den Befunden an der betroffenen Extremität vergleichbar war (MPS: 8,19 NAS; MPT: 10,8mN) und sich von den Befunden an der gesunden Extremität in der vorangegangenen Untersuchung unterschied (MPS: 1,54 NAS; MPT: 44,13mN).

    Die Ergebnisse für die dynamisch mechanische Allodynie zeigten nur in einer Patientin einen pathologischen Befund.

    Schlussfolgerungen:
    Die Desintegration von sensorischen Informationen im Rahmen einer cerebralen Repräsentations- und Wahrnehmungsstörung bei CRPS kann nicht nur zu einer qualitativen Verarbeitungsstörung afferenter sensorischer Informationen sondern auch zu einer quantitativen Spiegelung pathologischer evozierter Schmerzen im Rahmen einer (Dys-) Synchirie führen.

    Die mechanische Hyperalgesie und die dynamisch mechanische Allodynie sind hierdurch unterschiedlich betroffen.

    (Unterstützt wurde diese Studie durch: DFG (Ba 1921), BMBF, DFNS (01EM05/04) und einem unrestricted educational grant der Firma Pfizer, Germany.)

Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.