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    Historie

    Seit 1864 Mitchell, Morehouse und Keen zum ersten Mal ihre Beobachtungen schmerzzhafter
    Extremitätendystrophien als Folge von Schußverletzungen oder Teilamputationen während
    des amerikanischen Sezessionskrieges veröffentlichten, haben sich unzählige Autoren mit
    diesem Thema befaßt.

    Paul Sudeck berichtete 1902 von ähnlichen Störungen, die nach Knochenbrüchen auftraten
    und zu einer von Schmerzen begleiteten Atrophie des Knochens führten 2. Sudeck glaubte
    zunächst an eine entzündliche Genese der Beschwerden, bezeichnete aber später das
    Geschehen als eine reflektorische, trophoneurotische Knochenatrophie. Besonders im
    deutschsprachigen Raum tauchte Sudecks Name in der Folgezeit häufig bei der Beschreibung
    ähnlicher Symptomenkomplexe auf, es entstanden Begriffe wie die „Sudeck’sche Atrophie“
    oder „Sudeck’sche Dystrophie“, „Morbus Sudeck“ und „Sudeck’sches Syndrom“.
    In Frankreich dagegen bezeichnete man das entsprechende Krankheitsbild mit dem
    deskriptiven Terminus „Algodystrophie“.

    Auch die unterschiedliche Gewichtung einzelner Symptome und ätiologischer Aspekte
    bewirkte die Entstehung neuer Bezeichnungen. So sprach man z.B. bei entsprechender
    Lokalisation vom Schulter-Hand-Syndrom und Mitchell selbst führte den Begriff der
    Kausalgie ein, um die von ihm nach peripheren Nervenläsionen beobachtete Symptomatik
    von ähnlichen klinischen Bildern ohne vorangegangene Nervenschädigung abzutrennen.

    Als neue Erkenntnisse in Hinblick auf die Pathogenese zur Hypothese eines gestörten
    sympathischen Reflexverhaltens führten, schlug Holden 1948 die Bezeichnung
    „Sympathische Reflexdystrophie (SRD)“ vor. Als „Reflex Sympathetic Dystrophy (RSD)“ in
    die englische Sprache übersetzt war der Begriff bald weit verbreitet.

    Angesichts dieser verwirrenden Vielfalt unterschiedlicher Bezeichnungen wird verständlich,
    daß bereits früh Kritik an dieser Situation geübt wurde und Rufe nach einer Vereinheitlichung
    der Terminologie laut wurden 25. Schließlich einigte man sich 1991 nach einem Vorschlag
    von Blumberg darauf, die gebräuchlichsten Begriffe – darunter Morbus Sudeck, Sudeck’sche
    Atrophie, Schulter-Hand-Syndrom und Algodystrophie – unter dem Begriff der
    „Sympathischen Reflexdystrophie“, kurz „SRD“, zusammenzufassen.

    Dieser Terminus konnte sich in der Folge auch weitgehend durchsetzen und wurde erst 1993
    auf der Konsensuskonferenz der IASP durch den neuen Begriff des CRPS Typ I abgelöst.
    .
    (Quelle :https://edoc.ub.uni-muenchen.de/3770/1/Wizgall_Ingrid.pdf)

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