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    Konsequenzen der motorischen kortikalen Disinhibition

    Bei Patienten mit komplexem regionalem Schmerzsyndrom (CRPS) kann trotz klinisch einseitiger Ausprägung eine bilaterale Disinhibition im Bereich des motorischen Kortex nachgewiesen werden.

    Entsprechende Veränderungen konnten sowohl durch MEG-Untersuchungen als auch durch Anwendung der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) unter Einsatz eines Doppelreizparadigmas gezeigt werden.

    Diese mittels TMS nachgewiesene Disinhibition spricht für eine bilateral verminderte Aktivität intrakortikaler GABAerger Interneurone im Bereich des motorischen Kortex.
    Interessanterweise bestehen ähnliche Veränderungen bei Patienten mit fokalen Neuralgien, sind dann aber auf den kontralateral zum geschädigten Nerv gelegenen motorischen Kortex beschränkt.

    Bei Patienten mit einem chronischen nicht-neuropathischen Schmerz fehlt eine solche Disinhibition vollständig.

    Diese Unterschiede zwischen CRPS-Patienten und Patienten mit anderen chronischen neuropathischen und nicht-neuropathischen Schmerzsyndromen sprechen für grundlegende pathophysiologische Unterschiede zwischen den einzelnen Schmerzsyndromen in Bezug auf eine Einbindung des motorischen Kortex im Rahmen der stattfindenden zentralen Reorganisationsprozesse.

    Die Parallelität der Veränderungen bei CRPS-Patienten zu Patienten mit fokalen Dystonien, welche ebenfalls eine bilaterale Disinhibition des motorischen Kortex aufweisen, erklärt möglicherweise das Auftreten dieses Symptoms bei einem Teil der Patienten mit CRPS.

    Darüber hinaus ist auch eine präexistente Störung der intrakortikalen Inhibition bei CRPS-Patienten denkbar, im Sinne einer möglichen Krankheitsprädisposition.
    Die Assoziation zwischen Ausmaß der kortikalen Disinhibition und Schmerzintensität bei CRPS-Patienten eröffnet darüber hinaus Ansätze für eine weitere Erforschung des therapeutischen Einsatzes von repetitiver TMS beim CRPS, da bei Wahl geeigneter Stimulationsfrequenzen und Intensitäten prinzipiell eine Modifikation der inhibitorischen Mechanismen im Bereich des motorischen Kortex erzielt werden kann.

    (Quelle: Georg Thieme Verlag KG Stuttgart New York;Klin Neurophysiol 2009; 40 DOI: 10.1055/s-0029-1216039
    Autoren: P. Schwenkreis (Bergmannsheil Bochum)

    • Dieses Thema wurde geändert vor 4 years, 9 months von Administrator.
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