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    Die Magnetresonanztomographie (MRT, kurz auch MR; Tomographie von altgriechisch τομή tome ‚Schnitt‘ und γράφειν graphein ‚schreiben‘) ist ein bildgebendes Verfahren, das vor allem in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Es basiert physikalisch auf den Prinzipien der Kernspinresonanz (NMR), insbesondere der Feldgradienten-NMR, und wird daher auch als Kernspintomographie bezeichnet (umgangssprachlich gelegentlich zu Kernspin verkürzt). Die ebenfalls zu findende Abkürzung MRI stammt von der englischen Bezeichnung Magnetic Resonance Imaging.

    Mit der MRT kann man Schnittbilder des menschlichen (oder tierischen) Körpers erzeugen, die eine Beurteilung der Organe und vieler krankhafter Organveränderungen erlauben. Sie basiert auf – in einem Magnetresonanztomographiesystem (Kurzform: Kernspintomograph, MRT-Gerät) erzeugten – sehr starken Magnetfeldern sowie magnetischen Wechselfeldern im Radiofrequenzbereich, mit denen bestimmte Atomkerne (meist die Wasserstoffkerne/Protonen) im Körper resonant angeregt werden, wodurch in einem Empfängerstromkreis ein elektrisches Signal induziert wird. Da somit das zu beobachtende Objekt „selbst strahlt“, unterliegt die MRT nicht dem physikalischen Gesetz zum Auflösungsvermögen optischer Instrumente, nach dem die Wellenlänge der verwendeten Strahlung umso kleiner sein muss, je höher die geforderte Auflösung ist. In der MRT können mit Wellenlängen im Meterbereich (energiearme Radiowellen) Objektpunkte im Submillimeterbereich aufgelöst werden. Eine wesentliche Grundlage für den Bildkontrast sind unterschiedliche Relaxationszeiten verschiedener Gewebearten. Daneben trägt auch der unterschiedliche Gehalt an Wasserstoff-Atomen in verschiedenen Geweben (z. B. Muskel, Knochen) zum Bildkontrast bei.

    Im Gerät wird keine belastende Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung erzeugt oder genutzt. Allerdings sind die Wirkungen der magnetischen Wechselfelder auf lebendes Gewebe nicht vollständig erforscht.

    Fragestellung: Bis heute bereitet die Frühdiagnostik des CRPS Typ I nach Trauma häufig Probleme. Es stellt sich die Frage, ob durch den Einsatz objektiver Untersuchungsmethoden, wie der MRT, eine Verbesserung erzielt werden kann.

    Methoden: In einer prospektiv angelegten Studie wurden Patienten mit frischer Radiusfraktur 16 Wochen lang auf das Auftreten eines CRPS I hin nachuntersucht. Als technisches Verfahren kam unter anderem die MRT zum Einsatz. 8 Wo. nach Bruch wurden 110 Pat. im MRT untersucht, 16 Wo. nach Bruch noch 77. Die Auswertung der MR-Bilder erfolgte in Unkenntnis des klinischen Befundes. Es wurde der Ausprägungsgrad einer Reihe von Merkmalen, die in früheren Studien als typische MR-Zeichen des CRPS I genannt wurden, untersucht. Anschließend wurde nach einem Zusammenhang zwischen starker Merkmalsausprägung im MRT und der klin. Diagnose „CRPS I“ gesucht.

    Ergebnisse: Der Chi2-Unabhängigkeitstest (α=1%) zeigte 8 Wo. nach Bruch einen signifikanten Zusammenhang zwischen ausgeprägtem Hautödem bzw. starker Kontrastmittelaufnahme in Haut/Unterhaut im MRT und der klinischen Diagnose eines CRPS I. Diese Signifikanz war 16 Wo. nach Bruch nicht mehr nachzuweisen. Bei allen anderen der insgesamt 14 geprüften Kriterien bestand zu keinem Zeitpunkt ein signifikanter Zusammenhang zwischen Merkmalsausprägung im MRT und klinischer Diagnose.

    Schlussfolgerungen: Die vorliegende Studie konnte die diagnostische Relevanz der bisher als typisch beschriebenen CRPS-Kriterien in der MRT nicht bestätigen. Die MRT erscheint daher zur Frühdiagnostik des CRPS I nach Trauma ungeeignet.

    (Quelle: Z Orthop Ihre Grenzgeb 2003; 141 – X43 DOI: 10.1055/s-2003-821938;Thieme Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie. Wikipedia Literatur Peter A. Rinck: Magnetic Resonance in Medicine. The Basic Textbook of the European Magnetic Resonance Forum; 8th edition; https://magnetic-resonance.org/. The Round Table Foundation, 2014.
    Olaf Dössel: Bildgebende Verfahren in der Medizin. Von der Technik zur medizinischen Anwendung. Springer, Berlin 2000, ISBN 3-540-66014-3.
    Heinz Morneburg (Hrsg.): Bildgebende Systeme für die medizinische Diagnostik. 3. Auflage. Publicis MCD, München 1995, ISBN 3-89578-002-2.
    Donald W. McRobbie, Elizabeth A. Moore, Martin J. Graves, Martin R. Prince: MRI from Picture to Proton. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 0-521-52319-2.
    Fritz Schick: MRT-Sequenzen. In: Der Radiologe. 9, Springer, Heidelberg 2006, ISSN 0033-832x.
    Maximilian Reiser, Wolfhard Semmler (Hrsg.): Magnetresonanztomographie. Springer, Berlin 1997, ISBN 3-540-61934-8.
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    Christoph Zink, Christoph U. Herborn: Klinikwörterbuch MRT. ABW, Berlin 2007, ISBN 978-3-936072-57-0.
    Roland Tammer, Sabine Hofer, Klaus-Dietmar Merboldt, Jens Frahm: Magnetic Resonance Imaging of the Rhesus Monkey Brain. V&R, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-40424-9.)

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