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    1 Definition

    Der Parasympathikus ist als Teil des vegetativen Nervensystems Gegenspieler (=Antagonist) des Sympathikus. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die der Regeneration des Organismus und dem Aufbau von Energiereserven (trophotrop) dienen. Das innere Gleichgewicht (Homöostase) des Organismus wird auch unter seinem Einfluss wieder hergestellt.

    2 Anatomie

    Die parasympathischen Kerngebiete liegen im Bereich des Hirnstammes und des Sakralmarkes. Die Hirnnerven III (Nervus oculomotorius), VII (Nervus facialis), IX (Nervus glossopharyngeus) und besonders X (Nervus vagus) enthalten parasympathische Fasern, die die Muskulatur und Drüsen des Kopf-Hals-Bereiches innervieren. Der Hirnnerv V (Nervus trigeminus) führt ebenfalls streckenweise parasympathische Fasern, die jedoch originär vom Nervus facialis stammen. Die inneren Organe des Thorax und teilweise des Abdomens werden vom Nervus vagus erreicht.
    Daneben treten aus den sakralen Rückenmarkssegmenten S1 bis S3 parasympathische Nervi splanchnici pelvici (Nn. erigentes) aus, die den aboralen Bereich des Dickdarms (etwa ab der linken Colonflexur) und die Strukturen des kleinen Beckens (u.a. die Harnblase) innervieren.

    3 Physiologie

    Die parasympathischen Nerven verwenden Acetylcholin sowohl als prä- wie auch als postsynaptischen Neurotransmitter, das über muskarinerge Rezeptoren (mAChR) seine Wirkung vermittelt:

    3.1 Organotrope Wirkungen des Parasympathikus
    Herz
    negativ chronotrop
    negativ dromotrop
    Blutgefäße
    direkte Wirkung fraglich, im Genitalbereich vasodilatorisch
    indirekte Vasodilatation durch Hemmung des tonisierenden Sympathikus
    Bronchien
    konstriktorisch
    vermehrte Schleimsekretion
    Gastrointestinaltrakt
    vermehrte Drüsensekretion
    verstärkte Peristaltik
    Harnblase
    Kontraktion des Musculus detrusor vesicae
    Erschlaffung des Sphinkter
    Uterus
    Kontraktion
    Auge
    Kontraktion des Musculus sphincter pupillae mit folgender Miosis
    Kontraktion des Musculus ciliaris mit verstärkter Akkommodation
    Speicheldrüsen
    vermehrte Speichelproduktion
    4 Pharmakologie

    Medikamente, die den Parasympathikus verstärken, nennt man Parasympathikomimetika. Dabei unterscheidet man direkte Mimetika (Beispiele: Acetylcholin, Pilocarpin, Muscarin, Arecolin) mit Wirkungen an Acetylcholin-Rezeptoren und indirekte Mimetika, die die Acetylcholinesterase hemmen (Beispiele: Physostigmin, Neostigmin, Pyridostigmin).
    Medikamente, die den Parasympathikus hemmen, nennt man Parasympathikolytika (Beispiele: Atropin, Scopolamin, Tropicamid und deren Derivate)

    Quelle : https://flexikon.doccheck.com/de/Parasympathikus

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