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Home Forum CRPS – Complex Regional Pain Syndrome C R P S Wie steht es um die Prognose?

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Administrator vor 3 Jahre, 10 Monate.

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    Administrator
    Keymaster

    Ein freundliches Hallo.

    Ich bin neu hier.. Gern stelle ich mich kurz vor: Mein Name ist Mandy und ich bin 35 Jahre alt.

    Gern würde ich wissen, ob hier jemand weiß oder einschätzen kann, wie es mit meiner Prognose aussieht, also ob eine Chance auf eine komplette Heilung gegeben ist. Denn überall kann man lesen, dass eine frühe und rechtzeitige Behandlung erforderlich ist. Aber was zählt als früh und was als spät, bzw zu spät? Wenn ich kurz darf, hier meine Geschichte:

    Am 26.04 diesen Jahres bin ich auf der Treppe ausgerutscht, habe ein, zwei Stufen mitgenommen und bin unten am Boden noch auf einen großen Hunde-Kauknochen aufgekommen und ganz blöd mit dem Fuß umgeknickt. Resultat: Basis-Fraktur des 5. Mittelfußknochens. Gut, es gab eine Walker-Schiene bis zum Knie, Krücken und das ganze sollte in 6 Wochen ausgestanden sein. Da ich das Pech habe, an vielen Medikamenten- Allergien zu leiden, gab es für mich keine Schmerzmittel sondern Kühlpads. Die Schmerzen, dachte ich, müssen ja bald aufhören und zur Not nehme ich meine Paracetamol. (Die kann ich vertragen) Aber die Schmerzen hörten leider nicht auf. Sie wurden sogar viel schlimmer. Mein Knöchel begann nach zwei Wochen anzuschwellen. Da wurde mir gesagt, es liegt an der Schiene, dass passiert häufig.Gut, habe ich geglaubt-auch wenn sich niemand meinen Knöchel angesehen hat. Die starken blauen Flecke behielt ich auch Ewigkeiten. Sollte alles normal sein, laut Ärzten. Der eine Arzt wollte sogar, dass ich die Schiene bereits nach drei Wochen ablege, woraufhin ein anderer Arzt sagte es wäre viel zu früh. Also blieb die Schiene einen weitere Woche und wurde somit nach 4 Wochen abgelegt. Mir wurde mitgeteilt, dass der Knochen gut verheilt ist und ich nun loslaufen kann. Aber ich konnte vor lauter Schmerzen gar nicht auftreten. In der Folgezeit wurde mein Fuß, Knöchel und die komplette Wade immer dicker. Da äußerte mein Hausarzt schon den Verdacht Morbus Sudeck und fing fröhlich und guter Dinge an mich mit Calcitonin Spritzen zu bearbeiten. Aber es wurde alles noch schlimmer. Von den Schmerzen mal ganz zu schweigen, schwoll das Bein auf das dreifache an und wurde immer kälter, trotz Wärmekissen und Wolldecken schoss eine gewaltige Kälte durch die Decken nach außen. Mittlerweile hatte ich schon spontan einen Termin zur 2 wöchigen Schmerztherapie in einer Klinik in Bremerhaven selbst organisiert. Da sollte ich am Montag den 22.06 starten. Ich rief meinen Hausarzt an und bat um eine Einweisung, weil ich es vor Schmerzen einfach nicht mehr aushalten könne. Daraufhin wollte er mich sehen, oder besser mein Bein. Als er es sah, schlug er die Hände über den Kopf und schickte uns noch am selben Abend in die Klinik nach Stade mit Verdacht auf Arterienverschluss. Zum Glück war es kein Arterienverschluss. Allerdings sagten sie dort auch es wäre definitiv kein Morbus Sudeck. Diagnose: tiefe Unterschenkel-Thrombose. Also wurde der Termin in der Klinik abgesagt, mit Thrombose könnten sie mich nicht behandeln. Ich bekam wieder Thrombose Spritzen, die Calcitonin Spritzen nicht mehr, weil ja kein Sudeck da sein sollte… und mir wurde nahegelegt, von den Krücken wegzukommen. Sagt sich als Arzt auch so einfach – der hat ja nicht die Schmerzen. Als mein Hausarzt mir nun endlich etwas gegen die Schmerzen verschrieb landete ich direkt am 26.06 auf der Intensivstation und blieb dort bis zum nächsten Tag. Also – doch wieder lieber keine Schmerzmittel. Im Juli durfte ich dann zur Krankengymnastik gehen, denn ich sollte ja von den Krücken weg. Insgesamt ging ich drei Monate nach dem Bruch an Krücken. Gut, richtig gelaufen bin ich seitdem nicht. Ich humpel wie eine lahme Schnecke durch die Gegend, jeder Schritt, jede Bewegung ist eine Qual. Insgesamt war ich bereits 12 mal bei der Krankengymnastik, wo alles versucht wurde. Zarte Bewegungen, drehen, ziehen und stärkere Bewegungen, Stromtherapie, vorwärts und rückwärts laufen, Ultraschallbehandlung, Lymphdrainage, Massagen, Wärmebehandlungen usw. Alles hat mich fast an die Decke springen lassen, ich erduldete die Behandlungen unter Schnappatmung. Zähne zusammen und durch – man will ja dass es besser wird. Am 07.09. nach der Ultraschallbehandlung entstand sofort eine dicke Beule unter dem Fuß, an der Seite des ehemaligen Bruches. Die Therapeutin war erschrocken, so etwas wäre noch nie passiert. Gut, konnte ich noch schlechter „laufen“ als vorher. Und der Fuß ist seit dem Abend wieder eisig und wird nicht warm.Weil mir langsam alles zu bunt wurde, die Krankengymnastik war durch, mein Hausarzt gab mir nur einen Auszahlschein nach dem nächsten, ich schmerzmäßig immer noch in der Hölle gefangen war/bin (ohne Medikamente)und ich den Satz “ Das wird alles, dauert nur – Du musst Geduld haben“ wirklich nicht mehr ertragen kann…Habe ich mich selbst mal wieder schlau gemacht und einen Arzt gefunden. Ich bekam sofort einen Termin bei dem Oberchefarzt der chirurgischen Abteilung in Cuxhaven.. Dort war ich am 15.09. Er ließ ein Röngtenbild anfertigen und hörte sich meine Beschwerden an. Diagnose: CRPS/Morbus Sudeck, linker Fuß, ausgeprägte Knochenentkalkung, Fuß eiskalt und feucht (der andere warm und im Normalzustand), wenige Schritte nur unter stärksten Schmerzen möglich. Er schrieb einen Bericht an meinen Hausarzt mit der Diagnose und den Medikamenten die ich nun schnellstens bekommen sollte. Einen Tag später, am 16.09 hatte ich einen Termin zur Venenkontrolle, wegen der Thrombose. Alle Venen sind wieder frei, kein Anhaltspunkt für eine erneute Gefahr. Ein Glück. Ich durfte die Xarelto Blutverdünner nun weg lassen und den Thrombosestrumpf ausziehen. Ach, was für eine Wohltat, den schmerzenden Fuß nicht täglich in dieses enge Ding stecken zu müssen. Das an- und ausziehen war ja jedes Mal eine schmerzhafte Angelegenheit. Der Bericht kam allerdings nicht bei meinem Hausarzt an, als ich nicht mehr länger warten wollte ( Hallo- ich habe Schmerzen..und das nicht wenig) ließ ich ihn faxen und durfte noch am selben Tag zu meinem Arzt. Das war am 24.09. Und seit heute morgen 25.09 nehme ich nun 150mg Decortin/Prednisolon , 100mg Tramadol Retardkapseln zweimal täglich und 75mg Pregabalin/Lyrica zweimal täglich für eine Woche, danach 100mg. Nächste Woche fängt eine spezielle Crps Krankengymnastik an. Das bedeutet, ich habe mit den Medikamenten angefangen ganze 5 Monate nach dem Bruch, ich kann nicht laufen (ein extrem langsames humpeln bei dem jeder Schritt die Hölle ist bezeichne ich nicht als laufen) und nicht Auto fahren, ich kann den Fuß nicht so bewegen wie ich gern will – runter beugen geht gar nicht, nach oben beugen nur 1,2 Zentimeter, der einzige Zeh den ich bewegen kann ist der große, die anderen bewegen sich nicht ein bisschen, ich habe extreme stechende Schmerzen, ein wahnsinniges Brennen und zwischendurch ein Puckern und Kribbeln im gesamten Fuß und in der Wade. Das ganze Dauerhaft, in Ruhe wenn ich den Fuß hochlege, beim laufen, stehen, schlafen. Und diese ausströmende Kälte ist auch wirklich mehr als unangenehm.Es ist zum verrückt werden. Ich bin auch ständig auf anderer Leute Hilfe angewiesen, weil ich allein nirgends hinkomme. Wie lange wird es wohl dauern bis die Medikamente Erfolg zeigen? Und ist dieser, sagen wir mal, Rauschzustand normal? Legt sich das mit der Zeit? Mein Mann war erschrocken, als er heute von der Arbeit kam. Er meinte ich wäre ja völlig zugedröhnt. Vor meinem Fußbruch habe ich ehrlich gesagt noch nie etwas von Crps oder Morbus Sudeck gehört. Und die Ärzte scheinen mir auch nicht wirklich bescheid zu wissen. Deshalb freut es mich sehr, diese Seite gefunden zu haben. Aber alles was man so im Internet lesen kann, hört sich eigentlich nicht wirklich positiv an. Ist der Behandlungsbeginn bei mir nun spät/ zu spät oder liegt es noch im Rahmen des Möglichen?

    Über Antworten würde ich mich sehr freuen. Entschuldigung, dass der Text nun doch ein bissel lang geworden ist.

    Liebe Grüße aus dem Norden, Mandy.

    #1905

    Administrator
    Keymaster

    Hallo Mandy.
    Ich habe auch CRPS im linken Fuß. Im Februar bin ich beim Schlitten fahren umgeknickt, gebrochen war nix. Bei mir wurde es auch nicht besser und ich lief von a nach b. Ich musste 6 Wochen auf einen MRT Termin warten. Als ich das ergebnis hatte, schickte mich mein Hausarzt ins Krankenhaus, mit Verdacht auf CRPS. Die nahmen mich nicht wirklich ernst, schrieben mir Novalgin auf, ich sollte den fuß normal bewegen, die Krücken weg lassen. Das müsste von alleine weg gehen. Der hat ja die Schmerzen und den kalten Fuß nicht. Am nächsten Tag bin ich in ein anderes Krankenhaus. Die nahmen das ganze schon ernster und nahmen mich stationär auf. Dort bekam ich Krankengymnatik, mir wurde gezeigt wie ich richtig mit den Krücken laufen soll. Ich wurde gut zugedröhnt von Tilidin bis Novalgin war alles dabei. Ich war fast schmerzfrei, aber der Fuß war nicht beweglicher. Tens bekam ich auch noch. Nach 8 Tagen ging ich heim. 1 tag später ging ich zu meinem Hausarzt mit der Medikamentenliste, der schlug fie Hände über den Kopf zusammen und weigerte sich, mir die auf zu schreiben. Der machte dann einen Termin in der Schmerzambulanz. Dort gab es dann die Diagnose CRPS Stadium 2. Dort war ich dann in der Schmerzklinik 2,5 Wochen. Dort gab es intensive Krankengymnatig, Entspannung, Spiegeltherapie und minimal Medikamente. Ich bekam eine Salbe, Lyrica und Amineurin. Diese Medikamente nehme ich nun seid Mai. Ich kann den Fuß wieder bewegen, kann die Zehen wieder etwas nach unten knicken. Aber ich kann keine weiten Strecken mehr laufen. Ich bin vorher viel gelaufen. Ich kann nicht schneller laufen. Ich kann nicht länger als 30 Min. stehen. Ich kann Schuhe auch nur bestimmte Zeit am Fuß ertragen. Ich habe schmerzen, die derzeit wieder schlimmer sind als im Mai. Im sommer war der CRPS Fuß überhitzt. Der CRPS Fuß fühlt sich nach wie vor nicht an wie der andere. Keiner kann eine Prognose stellen, wann es mal besser wird. Ich wünsche diese Krankheit keinem. Im November habe ich einen erneuten Termin in der Schmerzambulanz. Vermutlich haben mir die Medikamente aufs Gewicht geschlagen.
    Ich wünsche dir alles Gute.
    Lg Sarah

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