Meine Sudeck Geschichte

Hallo,

mein Name ist Conny. Ich bin 70 Jahre alt habe zwei erwachsene Kinder, vier Enkel und ein Urenkelkind
Alles begann mit einem Treppensturz im November 2014, bei dem ich mein rechtes Handgelenk komplett überdehnt habe!

Da ich mir nichts dabei gedacht habe und auch keine äußeren Verletzungen sah oder fühlte, habe ich mich erst einmal selbst behandelt. Ich kühlte die Hand mehrere Tage und legte Salben Verbände an!
Die Schmerzen wurden aber von Woche zu Woche schlimmer! Nach zwei Monaten ging ich dann doch zum Arzt, um der Sache genauer auf den Grund zu gehen! Ich wurde geröntgt und durchs MRT geschickt! Es wurde nichts festgestellt. Mein Orthopäde überwies mich zum Hand- und Finger-Spezialisten, der durch „über den Daumenballen streichen“ feststellte, ich müsse schnellstens operiert werden, da ich eine Sehnenscheidenenge (Tendovaginitis) hätte. Ich habe diese Operation aber durch eine Reise noch rausgezögert. Natürlich auch in der Hoffnung, es wird doch noch besser! Leider war dem nicht so! Ich wurde im Mai 2015 operiert. Die Hoffnung war groß, dass jetzt alle gut wird!!

Leider war das ein Trugschluss! Zwei Tage nach der OP wurde der Verband gewechselt und ich war total erschrocken!! Es zeigte sich eine große Lücke am Unterarm ( heute weiß ich, dass mein Arm atrophiert war) auf meine Frage, ob das noch weg ginge bekam ich keine Antwort! Die unerträglichen Schmerzen blieben und man empfahl mir, mich noch einmal bei dem Operateur vorzustellen, was ich auch tat. Er schaute sich meinen Arm nach Berichten meiner Schmerzen an und sagte: da müssen wir wohl noch einmal operieren! Ich machte ihn auf die Atrophie aufmerksam und wieder bekam ich keine Antwort. Er ging sogar soweit, meinen Arm von allen Seiten mit seinem Handy zu fotografieren!

Das Vertrauen war dahin! Ich sagte den anberaumten Operations-Termin ab und suchte einen Neurologen auf, der mir sofort eine Einweisung in ein Krankenhaus auf eine Neurologische Station gab.
Dort wurde ich sehr gründlich untersucht! Man stellte keine Nervenschäden fest! Er überwies mich auch wieder zu einem Hand und Finger Spezialisten, der mich dann ein zweites Mal operierte!
Leider hat dieser Arzt den Bericht des Neurologen, in dem schon stand „Verdacht auf Morbus Sudeck“ nicht gelesen! Somit wurde ich im Juni ein zweites Mal operiert, starke Verklebungen, Narbenbildung und nochmaliges Spalten der Sehnenscheidenenge war das Ergebnis. Leider blieben auch nach dieser OP diese furchtbaren Schmerzen wie Stechen, Brennen, Sensibilitätsstörungen des gesamten Daumenballens und des Unterarms! Mein Arm wurde immer dünner und die Atrophie immer größer! Blutungen im Bereich der Atrophie durch geringste Belastung beängstigte mich immer mehr! Durch einen Gefäss-Spezialisten wurde auch das wieder ohne Ergebnis untersucht! Somit stellte ich mich in meiner Verzweifelung wieder bei dem letzten Operateur vor, der eine dritte Operation vorschlug, es sollte ein Nerv gespalten und ein Fettlappen über die Atrophie gelegt werden. Da ich an der Stelle der Atrophie meinen Puls schlagen sah und immer wieder Einblutungen hatte, entschied ich mich dafür und willigte ein. Wärend der Operation stellte er fest, dass genau an der Stelle der Atrophie noch ein Nerv gespalten werden musste.

Ich habe auch diese Operation gut überstanden und hoffte nun schmerzfrei zu sein. Dem war auch wieder nicht so und der Operateur sagte mir bei Wiedervorstellung, „er könne nichts mehr für mich tun“, ich solle mich bei einem Schmerztherapeuten vorstellen.

Ich stellte mich in einer Schmerzklinik vor und bekam die Diagnose CRPS Typ II Kausalgie.
Ich glaube zu wissen, dass ich mir schon bei dem Sturz vor jetzt fast 2 ½ Jahren Morbus Sudeck zugezogen habe! Ich hätte niemals operiert werden dürfen, man hätte zumindest sofort nach der ersten Operation und nach Erkennen der Atrophie mit der Behandlung einer Morbus Sudeck Erkrankung beginnen müssen!
Mein Alltag wird bei geringster Belastung und Berührung meines Arms von Schmerzen begleitet! Ich habe auch das Gefühl, dass mein Handgelenk langsam steif wird. Durch die Überbelastung habe ich inzwischen auch Probleme mit meinem linken Handgelenk.

Meine Lebensqualität hat sich um ein vielfaches verschlechtert! Ich bin nicht mehr in der Lage, einen Schaltwagen zu fahren, geschweige denn meinen Haushalt und Garten vernünftig zu führen! Ich hatte großes Vertrauen in die behandelnden Ärzte, aber alle haben diese Krankheit nicht erkannt! Es kann doch nicht sein. dass jeder Arzt der mich behandelt hat, nichts über die 100 Jahre alte Krankheit weiß! Genau aus diesem Grund möchte ich mich gerne mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit wenden, um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen! Ich beabsichtige auch eine Selbsthilfegruppe gründen, um Menschen mit Morbus Sudeck in Gesprächsrunden zu helfen!

Mit freundlichen Grüßen
Conchita Barciaga

Administrator

46 Jahre, CRPS linker Fuß, austherapiert, seit dem 17.3.2015 linksseitig Unterschenkelamputiert, seit 5/2016 CRPS rechter Fuß, am 11.11.2016 rechtsseitig Unterschenkelamputiert und schmerzarm, linke Hand seit 2018, rechte Hand seit 2019 betroffen